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Was weiß Google über mich? So prüfst und steuerst du deine Daten

Suchen, Videos, Standorte: Welche Daten Google über dich speichert, wo du sie einsehen kannst und wie du sie mit wenigen Klicks löschst oder einschränkst.

6.1.2023

8 Min. Lesezeit

Was weiß Google über mich: Datenschutzeinstellungen auf dem Smartphone

Du suchst nach einem Rezept, lässt dir den Weg zum Termin anzeigen, schaust ein Video und schreibst eine E-Mail. All das passiert oft innerhalb weniger Stunden, und häufig ist Google dabei. Die Frage Was weiß Google über mich? beschäftigt deshalb viele Menschen. Die Antwort hängt davon ab, welche Dienste du nutzt und welche Einstellungen du gewählt hast. In diesem Beitrag erfährst du, welche Daten Google sammelt, wo du sie einsehen kannst, wie du sie löschst oder einschränkst und was das für Unternehmen bedeutet, die Google-Dienste im Marketing nutzen.

Du bekommst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dein Google-Konto, Hinweise zu den wichtigsten Einstellungen und Tipps, wie du deine Privatsphäre schützt, ohne auf nützliche Funktionen zu verzichten.

Welche Daten Google sammelt

Google bietet viele kostenlose Dienste an: Suche, Maps, YouTube, Gmail, Android, Chrome, Kalender und Fotos. Finanziert werden sie zu einem großen Teil über Werbung. Damit diese Werbung möglichst gut passt, nutzt Google Informationen über seine Nutzer. Welche Daten das genau sind, beschreibt Google in seiner Datenschutzerklärung.

Kontodaten: Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum.

Suchverlauf: Begriffe, die du eingibst, und Ergebnisse, die du anklickst.

YouTube-Verlauf: Videos, die du ansiehst oder suchst.

Standortdaten: Orte, die du besuchst, wenn der Standortverlauf aktiviert ist.

Gerätedaten: Informationen zu Smartphone, Browser und Betriebssystem.

Inhalte: E-Mails, Fotos, Dokumente und Kalendereinträge, die du in Google-Diensten speicherst.

Werbeinteressen: abgeleitete Interessen, etwa für Reisen, Sport oder Technik.

Wie viele Daten tatsächlich gespeichert werden, hängt stark davon ab, ob du angemeldet bist und welche Aktivitätseinstellungen aktiviert sind.

Was weiß Google über mich: Datenschutzeinstellungen prüfen

So siehst du, was Google über dich weiß

Mein Google-Konto

In deinem Google-Konto findest du unter „Daten und Datenschutz“ einen Überblick über gespeicherte Aktivitäten, Einstellungen und verbundene Dienste. Hier legst du fest, was Google speichern darf und was nicht.

Meine Aktivitäten

Unter Meine Google-Aktivitäten siehst du eine chronologische Liste deiner Suchen, besuchten Websites in Chrome, angesehenen Videos und Sprachbefehle. Viele Menschen sind überrascht, wie detailliert diese Liste ist.

Zeitachse in Google Maps

Wenn der Standortverlauf aktiviert ist, zeigt die Zeitachse, wo du dich wann aufgehalten hast. Google hat diese Daten in den letzten Jahren stärker auf die Geräte selbst verlagert, die Einstellung bleibt aber wichtig.

Werbeeinstellungen

Im Bereich für personalisierte Werbung siehst du, welche Interessen Google dir zuordnet. Du kannst einzelne Themen entfernen oder die Personalisierung ganz abschalten.

Datenexport

Mit Google Takeout kannst du eine Kopie aller gespeicherten Daten herunterladen. Das ist nützlich, wenn du einen Überblick willst oder zu einem anderen Anbieter wechseln möchtest.

Daten löschen und einschränken

Du musst nicht alles hinnehmen, was gespeichert wird. Google bietet verschiedene Möglichkeiten, Daten zu löschen oder gar nicht erst zu erfassen.

1.

Datenschutzcheck durchführen: Im Google-Konto führt dich ein Assistent durch die wichtigsten Einstellungen.

2.

Web- und App-Aktivitäten prüfen: Hier legst du fest, ob Suchen und Aktivitäten gespeichert werden.

3.

Automatisches Löschen aktivieren: Aktivitäten können nach einigen Monaten automatisch entfernt werden.

4.

YouTube-Verlauf verwalten: Verlauf pausieren oder einzelne Einträge löschen.

5.

Standortverlauf deaktivieren: wenn du keine Bewegungsdaten speichern willst.

6.

Personalisierte Werbung anpassen: Interessen bearbeiten oder Personalisierung ausschalten.

Beachte: Manche Funktionen werden ohne gespeicherte Daten weniger komfortabel. Suchvorschläge, Empfehlungen und Erinnerungen basieren oft auf deinem Verlauf. Entscheide bewusst, welchen Kompromiss du eingehen willst.

Sicherheit und Schutz persönlicher Daten im Netz

Datenschutz im Alltag: weitere Tipps

Neben den Einstellungen im Google-Konto gibt es weitere Möglichkeiten, deine Privatsphäre zu schützen. Viele davon sind einfach umzusetzen und kosten kaum Komfort.

Abmelden beim Surfen: Wer nicht angemeldet ist, verknüpft Suchen nicht mit seinem Konto.

Privater Modus: verhindert, dass Verlauf und Cookies lokal gespeichert werden.

Cookie-Einstellungen: auf Websites nur notwendige Cookies zulassen.

App-Berechtigungen prüfen: Welche Apps dürfen auf Standort, Mikrofon und Kamera zugreifen?

Alternative Dienste: datenschutzfreundliche Suchmaschinen oder Browser für bestimmte Zwecke nutzen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: schützt dein Konto vor unbefugtem Zugriff, selbst wenn dein Passwort bekannt wird.

Verbundene Apps prüfen: alte Drittanbieter-Apps mit Kontozugriff entfernen.

Allgemeine Tipps zum Schutz persönlicher Daten im Netz bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Was weiß Google über mich auf dem Smartphone?

Gerade auf Android-Geräten ist Google tief im System verankert. Das Smartphone ist mit deinem Konto verbunden, synchronisiert Kontakte, Kalender und Fotos und nutzt Standortdienste für Karten, Wetter und Suchergebnisse. Auch auf iPhones sammeln Google-Apps Daten, wenn du angemeldet bist.

Wenn du dich fragst, was weiß Google über mich auf meinem Handy, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen des Geräts. Prüfe dort, welche Apps auf Standort, Mikrofon, Kamera und Kontakte zugreifen dürfen. Viele Apps fragen Berechtigungen an, die sie für ihre Kernfunktion gar nicht brauchen. Entziehe diese Rechte gezielt und erlaube den Standortzugriff nur während der Nutzung einer App.

Auch der Sprachassistent kann Aufnahmen speichern, wenn die entsprechende Einstellung aktiviert ist. Du findest diese Daten ebenfalls in deinen Aktivitäten und kannst sie dort löschen oder die Speicherung abschalten.

Was weiß Google über mich, wenn ich nicht angemeldet bin?

Auch ohne Anmeldung erfasst Google Informationen, etwa über Cookies, IP-Adressen und Gerätemerkmale. Diese Daten werden jedoch nicht mit einem persönlichen Konto verknüpft. Suchergebnisse und Werbung können trotzdem an Standort und Spracheinstellungen angepasst sein.

Wer möglichst wenige Spuren hinterlassen will, kombiniert mehrere Maßnahmen: abgemeldet suchen, Cookies regelmäßig löschen oder im privaten Modus surfen, Tracking-Schutz im Browser aktivieren und auf Websites nur notwendige Cookies erlauben. Ein vollständiges Verschwinden aus allen Datenströmen ist im Alltag kaum möglich, aber die Menge der gesammelten Informationen lässt sich deutlich reduzieren.

Sicherheit des Google-Kontos

Je mehr Daten in einem Konto liegen, desto wichtiger ist seine Sicherheit. Ein gehacktes Google-Konto kann Zugriff auf E-Mails, Fotos, Dokumente und gespeicherte Passwörter geben. Nutze deshalb ein langes, einzigartiges Passwort, aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung und prüfe regelmäßig, welche Geräte und Apps Zugriff haben. Der Sicherheitscheck im Google-Konto zeigt dir in wenigen Minuten, wo Handlungsbedarf besteht.

Für Unternehmen gilt das in besonderem Maße. Geschäftliche Google-Konten verwalten oft Werbekampagnen, Analyse-Daten und Unternehmensprofile. Vergib Zugänge im Team mit eigenen Benutzern und passenden Rechten, statt ein gemeinsames Passwort zu teilen. Wie du dein Unternehmensprofil sicher und wirksam führst, erklärt unser Beitrag zu Local SEO.

Deine Rechte nach der DSGVO

In der Europäischen Union hast du umfangreiche Rechte gegenüber Unternehmen, die deine Daten verarbeiten. Dazu gehören das Recht auf Auskunft, auf Berichtigung, auf Löschung, auf Einschränkung der Verarbeitung und auf Datenübertragbarkeit. Google stellt dafür eigene Werkzeuge bereit, etwa den Datenexport und die Löschfunktionen im Konto. Du kannst dich bei Fragen aber auch direkt an den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens wenden.

Was das für Unternehmen bedeutet

Viele Unternehmen nutzen Google-Dienste im Marketing: Google Ads, Google Analytics, das Unternehmensprofil oder eingebettete Karten und Videos. Damit tragen sie Verantwortung für den Umgang mit den Daten ihrer Besucher.

Einwilligung einholen: Tracking und personalisierte Werbung brauchen in der Regel eine Zustimmung über das Cookie-Banner.

Transparent informieren: Die Datenschutzerklärung muss alle eingesetzten Dienste nennen.

Daten sparsam nutzen: nur erfassen, was für Auswertung und Werbung wirklich nötig ist.

Alternativen prüfen: datenschutzfreundliche Analyse-Tools oder Zwei-Klick-Lösungen für eingebettete Inhalte.

Gleichzeitig wird das Tracking durch Datenschutzregeln und Browser-Einstellungen eingeschränkt. Unternehmen sollten deshalb stärker auf eigene Kundendaten setzen, die mit Einwilligung entstehen, etwa über Newsletter. Wie du einen Newsletter aufbaust, zeigt unser Beitrag über E-Mail-Marketing. Und wie du Besucherzahlen auch ohne lückenloses Tracking richtig einschätzt, erklärt der Beitrag Website-Traffic prüfen.

Praxisbeispiel: Ein Datenschutz-Check in zehn Minuten

Eine Selbstständige möchte wissen, was Google über sie gespeichert hat. Sie öffnet ihr Konto und startet den Datenschutzcheck. Dabei stellt sie fest, dass ihr Standortverlauf seit Jahren aktiv ist und Suchen unbegrenzt gespeichert werden. Sie deaktiviert den Standortverlauf, stellt das automatische Löschen für Aktivitäten auf drei Monate um und entfernt einige Werbeinteressen, die nicht zu ihr passen.

Gleichzeitig aktiviert sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, weil ihr Konto auch für ihr Unternehmen wichtig ist. Nach zehn Minuten hat sie deutlich mehr Kontrolle über ihre Daten, ohne auf die Dienste verzichten zu müssen, die sie im Alltag nutzt.

Wiederhole diesen Check am besten einmal im Jahr oder nach dem Kauf eines neuen Smartphones. Neue Apps, Funktionen und Geräte bringen oft neue Einstellungen mit, die standardmäßig mehr Daten freigeben, als dir lieb ist. Ein fester Termin im Kalender hilft, das nicht zu vergessen.

Fazit: Wissen schafft Kontrolle

Google weiß oft mehr, als viele vermuten, aber du kannst sehr genau steuern, was gespeichert wird. Mit den Werkzeugen im Google-Konto siehst du deine Daten ein, löschst sie oder schränkst die Erfassung ein. Ein regelmäßiger Datenschutzcheck, bewusste Entscheidungen bei der Personalisierung und gute Sicherheitseinstellungen schützen deine Privatsphäre.

Für Unternehmen gilt: Wer transparent und sparsam mit Daten umgeht, gewinnt das Vertrauen seiner Kunden. Das ist auf Dauer wertvoller als jedes noch so genaue Tracking.

Häufige Fragen: Was weiß Google über mich?

Wie finde ich heraus, was Google über mich weiß?

In deinem Google-Konto unter „Daten und Datenschutz“, auf der Seite Meine Google-Aktivitäten und über den Datenexport mit Google Takeout.

Kann ich meine Daten bei Google löschen?

Ja. Du kannst einzelne Einträge oder ganze Zeiträume löschen und ein automatisches Löschen nach einigen Monaten einstellen.

Speichert Google meinen Standort?

Nur, wenn der Standortverlauf oder entsprechende Einstellungen aktiviert sind. Du kannst ihn jederzeit deaktivieren und gespeicherte Daten löschen.

Kann ich personalisierte Werbung abschalten?

Ja. In den Werbeeinstellungen deines Kontos kannst du Interessen bearbeiten oder die Personalisierung komplett ausschalten.

Was bedeutet das für meine Website?

Wenn du Google-Dienste wie Analytics oder Ads nutzt, brauchst du in der Regel eine Einwilligung deiner Besucher und musst in deiner Datenschutzerklärung darüber informieren.

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