SEO

XML-Sitemap erstellen: Anleitung für eine optimierte Website-Struktur

Ein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen: Wie eine XML-Sitemap aufgebaut ist, wie du sie erstellst, bei Google einreichst und typische Fehler vermeidest.

25.10.2023

8 Min. Lesezeit

XML-Sitemap: Struktur einer Website als Diagramm

Suchmaschinen finden neue Seiten vor allem über Links. Doch nicht jede Seite ist gut verlinkt, und gerade bei neuen oder sehr großen Websites bleiben Inhalte oft lange unentdeckt. Eine XML-Sitemap löst dieses Problem. Sie ist ein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen, das alle wichtigen Adressen deiner Website auflistet. In dieser Anleitung erfährst du, wie eine XML-Sitemap aufgebaut ist, wie du sie erstellst, bei Google einreichst und typische Fehler vermeidest.

Du bekommst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für WordPress und andere Systeme, Hinweise für große Websites und Onlineshops sowie eine Checkliste für die regelmäßige Prüfung.

Was ist eine XML-Sitemap?

Eine XML-Sitemap ist eine Datei im XML-Format, die die Adressen deiner Website auflistet, die in Suchmaschinen erscheinen sollen. Zu jeder Adresse können zusätzliche Informationen gespeichert werden, etwa das Datum der letzten Änderung. Der Aufbau ist im Standard Sitemaps-Protokoll festgelegt, den alle großen Suchmaschinen unterstützen.

Wichtig ist der Unterschied zur HTML-Sitemap. Diese ist eine normale Seite für Besucher, die eine Übersicht über die Struktur der Website zeigt. Die XML-Sitemap richtet sich dagegen ausschließlich an Suchmaschinen und ist für Menschen kaum lesbar.

XML-Sitemap: Struktur einer Website

Warum eine XML-Sitemap wichtig ist

Google betont, dass eine Sitemap keine Garantie für die Aufnahme in den Index ist. Sie hilft aber dabei, Seiten schneller zu finden und besser zu verstehen. Das gilt besonders in diesen Fällen:

Neue Websites mit wenigen externen Links.

Große Websites mit tausenden Seiten, bei denen einzelne Inhalte tief in der Struktur liegen.

Onlineshops mit vielen Produkten, die sich häufig ändern.

Websites mit schwacher interner Verlinkung, bei denen manche Seiten kaum erreichbar sind.

Medienreiche Websites mit vielen Bildern oder Videos.

Die offiziellen Hinweise von Google findest du in der Anleitung zum Erstellen und Einreichen einer Sitemap.

So ist eine XML-Sitemap aufgebaut

Eine einfache Sitemap besteht aus einer Liste von Einträgen. Jeder Eintrag enthält mindestens die Adresse einer Seite. Optional kommen weitere Angaben hinzu.

loc: die vollständige Adresse der Seite. Pflichtangabe.

lastmod: das Datum der letzten wesentlichen Änderung. Google nutzt diese Angabe, wenn sie zuverlässig gepflegt wird.

changefreq: die erwartete Änderungshäufigkeit. Wird von Google ignoriert.

priority: die relative Wichtigkeit. Wird von Google ebenfalls ignoriert.

Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 Adressen enthalten und unkomprimiert nicht größer als 50 Megabyte sein. Größere Websites teilen ihre Adressen auf mehrere Sitemaps auf und fassen sie in einem Sitemap-Index zusammen.

XML-Sitemap erstellen: drei Wege

Automatisch über das Content-Management-System

Die meisten modernen Systeme erzeugen Sitemaps automatisch. WordPress bringt seit Version 5.5 eine eigene Sitemap mit, die unter der Adresse /wp-sitemap.xml erreichbar ist. SEO-Plugins ersetzen sie meist durch eine flexiblere Version mit mehr Einstellungsmöglichkeiten.

Mit einem SEO-Plugin

Plugins wie Rank Math oder Yoast SEO erstellen Sitemaps für Beiträge, Seiten, Kategorien und weitere Inhaltstypen. Du kannst festlegen, welche Bereiche enthalten sein sollen, und Seiten mit Noindex werden automatisch ausgeschlossen. Die Sitemap aktualisiert sich bei jeder Änderung selbst.

Mit einem Generator

Für statische Websites ohne Content-Management-System gibt es Online-Generatoren und Crawler, die eine Sitemap erzeugen. Der Nachteil: Sie muss nach jeder Änderung neu erstellt und hochgeladen werden.

Sitemap-Einstellungen im Content-Management-System

Schritt für Schritt: XML-Sitemap in WordPress

1.

SEO-Plugin installieren: Aktiviere ein Plugin deiner Wahl und öffne die Sitemap-Einstellungen.

2.

Inhaltstypen auswählen: Beiträge, Seiten und Kategorien aufnehmen, Schlagwortseiten, Anhänge und Autorenarchive nur, wenn sie echten Mehrwert bieten.

3.

Noindex prüfen: Seiten wie Danke-Seiten oder interne Suchergebnisse sollten ausgeschlossen sein.

4.

Sitemap aufrufen: Kontrolliere im Browser, ob die Datei erreichbar ist und die richtigen Seiten enthält.

5.

In der robots.txt angeben: Ein Hinweis auf die Sitemap in der robots.txt hilft allen Suchmaschinen beim Finden.

6.

Bei Google einreichen: Über die Search Console, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

XML-Sitemap bei Google einreichen

Öffne die Google Search Console, wähle deine Property und gehe zum Bereich „Sitemaps“. Gib dort die Adresse deiner Sitemap ein, etwa sitemap_index.xml, und klicke auf „Senden“. Google zeigt dir anschließend, ob die Datei gelesen werden konnte und wie viele Adressen gefunden wurden.

Im Bericht zur Seitenindexierung siehst du später, welche Seiten aus der Sitemap in den Index aufgenommen wurden und welche nicht. Gründe für eine Nichtaufnahme können Weiterleitungen, Noindex-Angaben, doppelte Inhalte oder eine zu geringe Qualität sein.

Für Bing gibt es mit den Bing Webmaster Tools ein ähnliches Werkzeug. Dort kannst du die Sitemap ebenfalls einreichen, um auch in anderen Suchmaschinen schneller gefunden zu werden.

XML-Sitemap und robots.txt richtig kombinieren

Die robots.txt ist eine kleine Textdatei im Hauptverzeichnis deiner Website. Sie gibt Suchmaschinen Hinweise, welche Bereiche sie crawlen dürfen und welche nicht. Gleichzeitig ist sie der ideale Ort, um auf deine Sitemap hinzuweisen. Eine einzige Zeile mit der Angabe „Sitemap:“ und der vollständigen Adresse reicht aus. Die Grundlagen erklärt Google in der Einführung zur robots.txt.

Achte darauf, dass beide Dateien zusammenpassen. Wenn du einen Bereich in der robots.txt sperrst, sollten Seiten aus diesem Bereich nicht in der Sitemap stehen. Andernfalls sendest du widersprüchliche Signale: Die Sitemap sagt „Bitte finden“, die robots.txt sagt „Bitte nicht besuchen“.

Sitemaps für Onlineshops und große Websites

Bei Websites mit tausenden Seiten wird die Sitemap zum wichtigen Steuerungsinstrument. Teile sie nach Inhaltstypen auf, etwa in Produkte, Kategorien, Ratgeber und Seiten. So erkennst du in der Search Console schnell, in welchem Bereich Indexierungsprobleme auftreten.

Halte die Angabe zum Datum der letzten Änderung ehrlich. Wenn sich bei jedem Seitenaufruf das Datum ändert, obwohl der Inhalt gleich bleibt, verliert die Angabe ihren Wert und wird von Google ignoriert. Aktualisiere sie nur bei echten inhaltlichen Änderungen.

Produkte, die dauerhaft nicht mehr verfügbar sind, solltest du aus der Sitemap entfernen und ihre Adressen auf passende Alternativen weiterleiten. Saisonartikel, die wiederkommen, können dagegen mit einem Hinweis auf die nächste Verfügbarkeit bestehen bleiben. Wie du dein Shopsystem dabei sinnvoll einrichtest, zeigt unser Beitrag Shopsystem finden.

Spezielle Sitemaps

Bilder-Sitemap

Websites mit vielen wichtigen Bildern, etwa Fotografen oder Onlineshops, können Bilder zusätzlich in der Sitemap angeben. Das hilft bei der Aufnahme in die Bildersuche.

Video-Sitemap

Sie liefert Informationen zu eingebetteten Videos wie Titel, Beschreibung, Dauer und Vorschaubild.

News-Sitemap

Nachrichtenseiten nutzen eine eigene Sitemap für aktuelle Artikel, die für Google News relevant sind.

Typische Fehler bei XML-Sitemaps

Seiten mit Noindex in der Sitemap: widersprüchliche Signale an Google.

Weitergeleitete oder gelöschte Adressen: Die Sitemap sollte nur erreichbare Seiten mit Status 200 enthalten.

Doppelte Varianten: Nur die kanonische Version einer Seite gehört hinein.

Falsches Protokoll oder Domain: Adressen mit http statt https oder ohne www, wenn die Website mit www läuft.

Veraltete Datei: Eine manuell erstellte Sitemap, die nie aktualisiert wird.

Unwichtige Seiten: Schlagwortseiten, Anhangseiten oder Filterseiten ohne Mehrwert blähen die Sitemap auf.

Viele dieser Probleme fallen bei einem regelmäßigen Crawl auf. Weitere typische Stolperfallen beschreibt unser Beitrag zu SEO-Fehlern.

XML-Sitemap bei Relaunch und Umzug

Bei einem Relaunch oder Domainwechsel ist die Sitemap besonders wichtig. Reiche nach dem Livegang die neue Sitemap sofort ein, damit Google die neuen Adressen schnell findet. Lass die Weiterleitungen von alten auf neue Adressen dauerhaft bestehen. Manche Experten empfehlen, für eine Übergangszeit zusätzlich eine Sitemap mit den alten Adressen einzureichen, damit Google die Weiterleitungen schneller erkennt.

Sitemap und interne Verlinkung

Eine Sitemap ersetzt keine gute interne Verlinkung. Sie hilft Suchmaschinen beim Finden, aber nur Links zeigen, wie Seiten zusammenhängen und welche besonders wichtig sind. Verbinde verwandte Inhalte deshalb immer auch durch Links im Text. Wie du dabei die passenden Ankertexte wählst, erklärt unser Beitrag zum Ankertext.

Praxisbeispiel: Neue Ratgeber werden schneller gefunden

Ein Fachverlag veröffentlicht jede Woche mehrere neue Ratgeber. Bisher dauerte es oft Wochen, bis sie in den Suchergebnissen auftauchten. Nach einer Prüfung zeigt sich: Die Sitemap wurde manuell gepflegt und seit Monaten nicht aktualisiert. Nach der Umstellung auf eine automatisch erzeugte, nach Inhaltstypen aufgeteilte Sitemap und dem Einreichen in der Search Console werden neue Artikel meist innerhalb weniger Tage indexiert.

Checkliste für deine XML-Sitemap

Ist die Sitemap erreichbar und fehlerfrei lesbar?

Enthält sie nur indexierbare Seiten mit Status 200?

Stimmen Protokoll und Domain mit der Website überein?

Ist sie in der Search Console eingereicht?

Ist sie in der robots.txt angegeben?

Wird sie automatisch aktualisiert, sobald neue Inhalte erscheinen?

Sind unwichtige Bereiche ausgeschlossen?

Fazit: Ein kleines Werkzeug mit großer Wirkung

Eine XML-Sitemap ist schnell eingerichtet und hilft Suchmaschinen, deine Website vollständig zu erfassen. Besonders bei neuen, großen oder sich häufig ändernden Websites beschleunigt sie die Indexierung. Wer sie automatisch erzeugen lässt, sauber hält und regelmäßig in der Search Console kontrolliert, legt eine wichtige technische Grundlage für gute Rankings.

Kombiniere die Sitemap mit einer klaren Struktur und guter interner Verlinkung. Dann finden Suchmaschinen nicht nur alle Seiten, sondern verstehen auch, wie sie zusammenhängen. Wie du daraus mehr Besucher machst, zeigt unser Beitrag über organischen Traffic.

Häufige Fragen zur XML-Sitemap

Was ist eine XML-Sitemap?

Eine Datei, die alle wichtigen Adressen einer Website für Suchmaschinen auflistet und ihnen hilft, Inhalte schneller zu finden.

Brauche ich eine XML-Sitemap?

Für die meisten Websites ist sie sinnvoll, besonders für neue, große oder häufig aktualisierte Seiten. Kleine, gut verlinkte Websites werden auch ohne sie gefunden.

Wie erstelle ich eine XML-Sitemap in WordPress?

WordPress erzeugt automatisch eine Sitemap. SEO-Plugins bieten zusätzliche Einstellungen und ersetzen die Standardversion meist durch eine flexiblere.

Wie reiche ich eine Sitemap bei Google ein?

In der Google Search Console unter „Sitemaps“ die Adresse der Datei eingeben und absenden.

Wie viele Adressen darf eine Sitemap enthalten?

Bis zu 50.000 Adressen und maximal 50 Megabyte unkomprimiert. Größere Websites nutzen mehrere Sitemaps und einen Sitemap-Index.

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