Criteo und Dentsu erproben KI-basierte Orchestrierung von Videokampagnen – ADZINE – Insights in Media. Adtech. Martech. Mit dieser Initiative betreten zwei Branchenschwergewichte Neuland in der automatisierten Kampagnensteuerung und bieten dir als Werbetreibender oder Marketer erstmals einen konkreten Blick auf “agentic advertising” – ein Feld, das durch künstliche Intelligenz (KI) ganz neue Arbeitsweisen, Effizienzgewinne und kreative Potenziale verspricht.
Doch was steckt konkret hinter dieser technologischen Entwicklung, welche Herausforderungen ergeben sich im Alltag und wie verändern sich die Rollen von Agenturen, Advertisern und Technologieanbietern? Dieser Artikel liefert dir alle Hintergründe und bewertet die Auswirkungen auf den Werbemarkt.
15. Mai 2026
Was steckt hinter der KI-basierten Orchestrierung von Videokampagnen?
Am 15. Mai 2026 machten Criteo und Dentsu erstmals öffentlich, dass sie gemeinsam eine komplett durch KI-Agenten orchestrierte Videokampagne umgesetzt haben. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um einen weiteren Meilenstein auf dem Weg hin zu immer umfassender automatisierten Mediakampagnen. Doch das besondere an diesem Pilotprojekt: Die komplette Aktivierung, Steuerung und Optimierung erfolgte nicht mehr in herkömmlichen Benutzeroberflächen. Stattdessen agierten KI-Agenten als zentrale Schnittstelle zwischen menschlicher Strategie und maschineller Umsetzung.
Das technische Herzstück bildet das Model Context Protocol (MCP), das von Criteo bereitgestellt und in enger Abstimmung mit der Agenturgruppe Dentsu genutzt wurde. Hier handelt es sich um eine Infrastruktur, die operative Kampagnenprozesse nahtlos mit intelligenten Systemen verbindet. Für dich bedeutet das eine neue Freiheit und Geschwindigkeit im Kampagnenmanagement: Anstatt zahlloser manueller Einstellungen, endloser Tabellen und Scripting-Schleifen kannst du künftig in natürlicher Sprache mit dem System interagieren.
Von der Strategie zum automatisierten Execution – Wie läuft das Zusammenspiel?
Stell dir vor, du sitzt mit deinem Kreativ- und Mediateam zusammen und entwickelst eine neue Video-Kampagne für eine dynamische Zielgruppe. Bisher gab dieser Prozess vor allem einen Startpunkt an die ausführenden Händler, Trading-Desks oder Plattform-Spezialisten, die dann viele Details einstellen mussten. Beim Criteo-Dentsu-Experiment änderte sich das grundlegend: Die relevanten Parameter wie Ziele, gewünschte Reichweite, Zielgruppen, eingesetzte Budgets, Laufzeiten und Video-Shortformate wurden von den Verantwortlichen ganz einfach in natürlicher Sprache definiert.
Ein digitaler Trading-Agent übersetzte diese Briefing-Angaben in konkrete Maßnahmen. Angeschlossen an das Model Context Protocol, erhielt der Agent “Zugang” zum Criteo-Ökosystem und steuerte die technische Umsetzung vollständig eigenständig. Dabei griff er auf Schnittstellen (APIs), Machine-Learning-Signale und Echtzeitdaten zu, um den optimalen Media-Mix und die effizienteste Ausspielung automatisch zu bestimmen.
Das revolutioniert für dich nicht nur den operativen Alltag. Du musst dich nicht mehr Schritt für Schritt durch komplexe Interfaces klicken – sondern kannst in einem dialogbasierten Interface deine Anforderungen einstellen und dich auf die strategischen, kreativen Aspekte konzentrieren. Damit wird KI zum eigentlichen Orchestrator deiner Kampagne.
Die Bedeutung des Model Context Protocol (MCP) für Advertiser und Agenturen
Das eigentliche Innovationspotenzial entfaltet sich im Hintergrund: Das Model Context Protocol (MCP) ist eine Art “intelligente Schaltzentrale”. Es erlaubt, dass KI-Systeme aus dem Vollen schöpfen – von historischen Kampagnendaten, Nachfrageentwicklungen, Zielgruppenbeobachtungen, Produkttrends, bis hin zu externen Marktsignalen.
Für dich als Advertiser bietet MCP damit eine Basis, von der aus große Sprachmodelle (Large Language Models) Kampagnen in Sekundenschnelle aufsetzen, betreuen und laufend optimieren können. Signale wie Kaufmuster, Abbruchraten, Interaktionen und Echtzeit-Performance fließen fortwährend ein. Das Resultat: Kampagnen können nahezu in Echtzeit adaptiv ausgesteuert werden. Entdeckt der Algorithmus, dass ein bestimmtes Kurzvideo auf einer Zielplattform besonders gut performt, wird das Budget automatisiert darauf konzentriert – ohne, dass du oder dein Team ständig manuell gegensteuern müsst.
Agentic Advertising: Revolution oder Hype?
Der Begriff “agentic advertising” beschreibt eine Werbewelt, in der KI-Agenten nicht mehr nur Optimierungsvorschläge machen, sondern im Auftrag der Menschen fast alle operativen Aufgaben durchführen. Für dich entsteht dadurch ein deutlich veränderter Workflow: Du briefst, strategierst, stellst Ziele, setzt KPIs fest. Der Rest läuft ohne detailliertes Micromanagement.
Im Experiment von Criteo und Dentsu lag der Fokus bewusst auf kurzen Videoformaten, die gezielt zur Maximierung von Sichtbarkeit und messbaren Ergebnissen eingesetzt wurden. Statt klassischer Abrechnungsmodelle wurde auf Completed Views optimiert – das heißt, es zählten ausschließlich vollständig gesehene Videospots, ein entscheidender Punkt für ehrliche Reichweite und Vermeidung von Ad Fraud.
Vorteile und neue Möglichkeiten für Media-Teams
Vielleicht stellst du dir die Frage, welche handfesten Vorteile diese Entwicklung bietet. Neben einer massiven Zeitersparnis besticht die KI-basierte Orchestrierung durch eine vollkommen neue Datentiefe. Wer bisher sein Media-Budget und seine Kreationen auf Erfahrungswissen und Prognosen aufbaute, profitiert künftig von maschinellen Analysen. Eine KI, die tausende Variablen in Sekunden analysiert, kann gezielter auf Trends und Schwankungen reagieren als jedes menschliche Team allein.
Das erlaubt dir, selbstbewusster mit unterschiedlichen Plattformen zu experimentieren. Während die operative Komplexität sinkt, steigt deine Kontrolle über die strategische Richtung. Außerdem eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Zielgruppenplanung: Die KI beobachtet Muster, erstellt Prognosen und reagiert innerhalb der Kampagne automatisch auf Veränderungen. Das erhöht die Effektivität und reduziert Streuverluste erheblich.
Risiken, Herausforderungen und die Rolle des Menschen
Trotz aller Chancen bringt die fortschreitende Automatisierung auch Herausforderungen mit sich. Gerade in der Anfangsphase ist es entscheidend, dass du als Verantwortlicher die Kontrolle behältst und Ergebnisse laufend hinterfragst. KI-Modelle können zwar riesige Datenmengen analysieren, aber nicht immer kulturelle Feinheiten oder kreative Trends erkennen. Hier bleibt deine Expertise unersetzlich.
Auch Fragen der Transparenz, Datenschutz und Brand Safety müssen geklärt werden. Schließlich vertraust du operative Verantwortung teilweise einem selbstlernenden System an. Es ist daher ratsam, KI-basierte Kampagnen eng zu begleiten und regelmäßige Qualitäts- und Sicherheitschecks zu integrieren.
Wie geht es weiter mit “agentic advertising”?
Der Schritt von Criteo und Dentsu ist ein Signal an die Branche: KI-gestützte Medienorchestrierung steht unmittelbar vor dem Durchbruch. Für dich als Entscheider, Adtech-Spezialist oder Ambitionen im digitalen Marketing bedeutet das, sich jetzt mit den Prozessen und Plattformen vertraut zu machen. Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, wie verschiedene Agenturen, Medienhäuser und Werbetreibende die Technologien nutzen und weiterentwickeln.
Klar ist jedoch: Die Rolle menschlicher Kreativität verschiebt sich. Während Routineaufgaben und Datenanalysen automatisiert werden, konzentrierst du dich stärker auf strategische und innovative Aspekte – vom kanalübergreifenden Storytelling bis zur Entwicklung von Markenidentitäten und neuen Targeting-Ansätzen. Wer die Verzahnung von Mensch und Maschine als Chance begreift, kann künftig wesentlich effizienter und zielgerichteter handeln.
Programmatic Advertising der nächsten Generation
Mit dem Modell der dialogbasierten Kampagnensteuerung wächst der Markt für programmatic Video, Connected TV und Bewegtbild-Werbung rapide. Das Ziel: Kampagnen, die sowohl Reichweite als auch Wirkung erzielen – bei maximal reduzierten operativen Hürden. Für Publisher und Advertiser eröffnet sich ein Spielfeld, das sowohl datengetriebene Performance als auch kreative Differenzierung ermöglicht.
Zahlreiche Innovationen im Programmatic Advertising arbeiten daran, Walled Gardens zu überwinden und neue, offene Ökosysteme zu schaffen. Besonders spannend bleibt, wie schnell Standards wie MCP breiter adaptiert werden und wie sich Partnerschaften zwischen Tech-Firmen und Agenturen weiterentwickeln.
Fazit: Die Weichen sind gestellt – Nutze die Chancen der KI-Orchestrierung!
Die Partnerschaft zwischen Criteo und Dentsu zeigt eindrucksvoll, dass KI-basierte Orchestrierung von Videokampagnen praktisch umsetzbar ist und zahlreiche Vorteile verspricht. Du gewinnst dadurch einen technologischen Vorsprung, kannst Medienbudgets zielgerichteter ausspielen und den Ressourcen-Einsatz deiner Teams optimieren. Zwar stehen noch viele Fragen offen, doch steht fest: Die Zukunft des digitalen Marketings ist datengetrieben, automatisiert und kreativ zugleich. Wer sich jetzt mit den Möglichkeiten vertraut macht, wird von den Potenzialen des agentic advertising profitieren und den medialen Wandel aktiv gestalten.